Sonntag 21 Dez 2014
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1874 – 1917

„Es wird konstatiert, dass die Gründung der Feuerwehr Allach nach übereinstimmender Angaben solcher Feuerwehrleute, welche genannter Feuerwehr seit ihrem Bestehen angehören, am 1. März 1874 stattgefunden hat.“

Mit diesem Satz hielt der erste Schriftführer der Freiwilligen Feuerwehr Allach, der kgl. Bayerische Schullehrer Schweighart, mit gestochen scharfer Schrift das denkwürdige Ereignis der Gründung unserer Wehr fest. Seit diesem Tag sind nun schon über 130 Jahre vergangen, in denen sich vieles ereignet und manches verändert hat.

Ein bedeutendes Ereignis fiel auf den 12. August des Jahres 1889. Dank der großen „Opferwilligkeit der Gemeindeeinwohner“, wie es in den Aufzeichnungen heißt, war es gelungen, den für damalige Zeiten recht ansehnlichen Betrag von 800 Mark aufzubringen, den man benötigte, um der Allacher Feuerwehr eine Fahne anfertigen zu lassen. An jenem 12. August war es dann soweit, dass in feierlicher Weise die Weihe der neuen Fahne vollzogen werden konnte.

Als dann im Jahre 1896 die Feuerwehr Lochhausen an ihre Allacher Kameraden mit der Bitte herantrat, die Patenschaft anlässlich der dort am 18. Juli 1896 stattfindenden Standartenweihe zu übernehmen, wurde diesem Ansuchen entsprochen, „indem sich die Feuerwehr Allach an demselben Tage in corpore nach Lochhausen begab und der Nachbarfeuerwehr ein passendes Patengeschenk überreichte“. Nach Zeugenaussagen verliefen Festakt und Festtag in „animiertester Stimmung“.


Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Allach, Vorderseite

Vorderseite Fahne

Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Allach, Rückseite

Rückseite Fahne

Aber, um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen: es wurde durchaus nicht nur gefeiert bei der Allacher Feuerwehr! Durch laufende übungen hielt man sich vielmehr stets einsatzbereit und auch die Ausrüstung wurde auf dem neuesten Stand der Technik gehalten. So gehörte schon im Jahre 1898 eine „mechanische Schiebeleiter“, die eine zeitgemäße Brandbekämpfung ermöglichte, zu den Geräten der Wehr. Bis zur Jahrhundertwende aber, in den ersten 25 Jahren ihres Bestehens also, wurde unsere Gemeinde zum Glück und nicht zuletzt auch wegen des Einsatzes der Wehr im vorbeugenden Brandschutz, von größeren Brandkatastrophen verschont. Wohl aber war man in den Nachbargemeinden, wie z.B. Pasing und Langwied, für die gute und schnelle Nachbarschaftshilfe bei zwei Großbränden sehr dankbar.

Am 28. August 1904 wurde dann allerdings schon wieder gefeiert, denn man beging unter großer Beteiligung auswärtiger Feuerwehren das 25-jährige Gründungsfest. Ein glänzendes Ereignis, welches jedoch von einem Unfall überschattet wurde. Der Mann nämlich, dem man zur Feier des Tages das Schiessen der Böller übertragen hatte, verunglückte dabei aus unerklärlichen Gründen, trug jedoch glücklicherweise keine allzu großen Verletzungen davon.

Ein Unfall, der sich knapp fünf Jahre später ereignete, ging leider nicht so glimpflich ab. Der damals erst seit zwei Jahren amtierende Vorstand der Feuerwehr, der ökonom Leonhard Berner, verunglückte bei einem Brandeinsatz so schwer, dass er später sein Leben lassen musste.

Zu der Zeit hielt man jährlich mindestens vier große Übungen ab, um die Schlagkraft der Wehr zu erhalten. Wer zu den vom Kommandanten festgesetzten Übungen nicht erschien und keinen triftigen Entschuldigungsgrund vorweisen konnte, musste eine Strafe von einer Mark in die Vereinskasse zu zahlen.


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