seit Mitte der 80er-Jahre
Donnerstag 31 Jul 2014
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seit Mitte der 80er-Jahre

Im Frühjahr 1984 feierten wir in kleinem Rahmen das 110-jährige Bestehen unserer Feuerwehr. Bei dieser Feier waren die Abteilungen Moosach und Ludwigsfeld (Bereich West II) unsere Gäste.

Damit es 1984 der Allacher Feuerwehr nicht langweilig wurde, spielte uns ein Hagelunwetter im Münchner Osten böse mit. Am Wochenende 12. – 15. Juli leisteten wir 53 Einsätze. Ein Kälteeinbruch im folgenden Winter führte dazu, dass am 14. Januar 1985 die Würm am Wehr der Allacher Mühle zugefroren war. Stundenlange Bemühungen, zum Teil mit Motorsägen verhinderten ein überlaufen des Gewässers.

Vom 1. – 3. Juli 1988 nahm eine Gruppe der Abt. Allach an einem internationalen Bewerb zum Erlangen eines Feuerwehr-Leistungsabzeichens in Bronze teil. Der Wettbewerb wurde in Hollabrunn/Niederösterreich abgehalten.

Im selben Jahr fuhr die Hälfte der Abteilung für ein Wochenende ins Übungsdorf „Bonnland“ (Truppenübungsplatz Grafenwöhr). Wo sonst die Bundeswehr den Häuserkampf übt, darf sich einmal im Jahr auch die Feuerwehr München so richtig austoben. Zahlreiche übungen wurden von der Berufsfeuerwehr vorbereitet und dann auch durchgeführt.

Austausch Allach - New York

Um auch einmal über den eigenen Tellerand zu blicken, ergab sich im Jahr 1988 die Möglichkeit, die Berufsfeuerwehr New York zu besuchen. Die Allacher Gäste hatten dort die Möglichkeit direkt am Einsatzgeschehen teilzunehmen. Während des einwöchigen Aufenthalts von 6 Kameraden ergaben sich gute private Kontakte, die bis heute bestehen.

Zum Oktoberfest 1990 erfolgte der Gegenbesuch. Etwa 60 Personen (Feuerwehrmänner mit ihren Partnerinnen) wurde von uns eine Woche lang mehr oder weniger betreut. Viele dieser Gäste sind Mitglieder der Dudelsack-Band der Berufsfeuerwehr New York. Ihr musikalisches Können stellten sie bei Standkonzerten auf dem Münchner Marienplatz und in Allach unter Beweis.

Im Frühjahr 1992 hatten wir die Möglichkeit einen gebrauchten Ford Transit (Baujahr 1991) zu erwerben. Dieses Fahrzeug erleichtert uns erheblich den Transport von Mannschaft und Gerät bei übungen und Alarmen. Der Ankauf und der Umbau zum Feuerwehrfahrzeug war durch die langjährige Unterstützung der Allacher und Untermenzinger Bürger möglich.

Am 30. April 1995 wurde der Untermenzinger Maibaum unter Mithilfe der BF München und der Abteilung Allach geschmückt. Bei einem Gewitter, das eine Woche später aufzog, wurde dieser Maibaum durch Blitzschlag so stark beschädigt, dass er am 7. Mai 1995 von der Feuerwehr wieder abgetragen werden musste.

Das Jahr 1996 bescherte uns unter anderem einige große Einsätze. Am 14. Februar gegen 8:20 Uhr geriet ein mit brennbarer Flüssigkeit beladener Tanklastzug wegen Glatteis auf dem Paul Ehrlich-Weg von der Fahrbahn ab und stürzte um. Das Umpumpen des Transportgutes und das anschließende Bergen nahm ca. 4 Stunden bei eisiger Kälte in Anspruch.

Einer der nächsten heiklen Einsätze forderte uns am 30. August während einer gemeinsamen Übung mit der Abt. Moosach. Kurz vor übungsende wurden wir über Funk zum Allacher Bahnhof alarmiert. Gemeldet war „Person unter S-Bahn“. Wir stellten nach unserem Eintreffen aber mit Erleichterung fest, dass sich der Mann bereits wieder auf dem Bahnsteig befand. Wie durch ein Wunder wurde er beim Sturz vor die einfahrende S-Bahn nur leicht verletzt.

Ein weiterer, nicht alltäglicher Einsatz fand am 27. Dezember gegen 3:00 Uhr früh statt. Ein Teilbereich der Galvanik der Firma MTU München stand in Flammen. Bei den umfangreichen Löscharbeiten waren auch die Werkfeuerwehr MAN/MTU, die Berufsfeuerwehr München (Wache 6 und 7) sowie die Abteilung Ludwigsfeld im Einsatz. Durch von der Firma vorsorglich eingebaute Rückhaltebecken bestand keine Gefahr für die Umwelt.

In der Nacht vom 12. auf den 13. September 1996 setzte sich die Rehe der Gefahrguteinsätze fort. Am Rangierbahnhof Allach entgleisten mehrere Kesselwagen eines Tankzuges, ein Waggon stürzte um. Die Abt. Allach wurde am Samstag, den 13. September zur Ablösung der Abt. Ludwigsfeld alarmiert. In Zusammenarbeit mit der BF München, Feuerwache 7 wurde der Inhalt in Ersatztanks gepumpt – wieder ein Einsatz von mehr als drei Stunden Dauer.

Das 125-Jährige

Freudiger wurde hingegen das Jahr 1999 – denn inzwischen stand das 125-jährige Jubiläum der Allacher Feuerwehr auf dem Programm. Vom Freitag, den 18.06. bis zum Sonntag, den 20.06. kam alles was Beine hatte in Allach und Umgebung zum großen Festzelt an der Würmwiese. Am Samstag gab es eine große Feuerwehrshow, außerdem wurden die verschiedensten Feuerwehrfahrzeuge gezeigt. Das interessanteste war sicherlich ein Flugfeldlöschfahrzeug vom Flughafen München. Am Sonntag folgte ein großer Feldgottesdienst mit anschließendem Festumzug durch Allach. An allen drei Tagen durfte die musikalische Unterhaltung natürlich nicht fehlen, so spielten im Festzelt neben „Tropical Rain“ und den „Amper-Musikanten“ sogar die „Klostertaler“. Alles in allem also ein gelungenes Fest, bei dem für jeden etwas geboten war.

Im Jahr 2000 gab es einen Wechsel an der Führungsspitze der Allacher Feuerwehr: der Abteilungsführer Georg Kleiber gab sein Amt an seinen bisherigen Stellvertreter Stefan Sattler ab, seit 2003 wird er durch seinen Stellvertreter Robert Maringer unterstützt.

Großbrand bei der Firma Rethmann

Der bemerkenswerteste Einsatz der letzten Jahre war sicherlich der Großbrand bei der Firma Rethmann in der Pasteurstraße. Da sich das Ganze am Wochenende ereignete, wurde das Feuer erst zu spät bemerkt, außerdem waren innerhalb kürzester sehr viele Schaulustige an der Einsatzstelle. Im Einsatz waren neben der Feuerwehr Allach drei Löschzüge und einige Sonderfahrzeuge der Berufsfeuerwehr München sowie die Feuerwehr Karlsfeld mit einem Löschzug.

Der Jahreswechsel 2003/2004 stand unter dem Zeichen der Fahrzeugbeschaffungen. Alle 21 Abteilungen der FF München erhielten jeweils ein fabrikneues baugleiches Löschgruppenfahrzeug LF 16/12. Bei uns löste es das LF 8 ab, welches die Johanniter aus Ottobrunn erwarben und zum Gerätewagen für die Großeinsätze und Sanitätsdienste umbauten. Außerdem mussten wir unser LF 16-TS an die Abteilung Stadtmitte abgeben, dafür erhielten wir unseren Rüstwagen RW 1 von der Abteilung Sendling.

 

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