Sonntag 20 Apr 2014
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1945 – 1983

Ein Vierteljahr nach Kriegsende musste Allach noch einen Spätzünder erleben. Ein ganzer Eisenbahnwaggon voll mit Sprengstoff und Munition explodierte am Allacher Bahnhof und machte das Bahnhofsgebäude dem Allacher Bahnhofsgebäude dem Erdboden gleich. Natürlich hatte auch hierbei die Allacher Feuerwehrmannschaft alle Hände voll zu tun, um den Schaden so gut wie möglich einzudämmen.

Am 1. Juni 1946 wurde als erster Löschgruppenführer nach dem Krieg der Allacher Landwirt Trinkl gewählt, der noch 15 aktive Feuerwehrmänner um sich sammeln konnte. Noch heute sind wenige von ihnen in den Reihen der passiven Mitglieder zu finden.

Im Jahre 1949 feierte die Freiwillige Feuerwehr Allach im festlichen Rahmen ihr 75-jähriges Bestehen und alles, was in Allach Beine hatte, kam, um bei der großen Schauübung, die aus diesem Anlass abgehalten wurde dabei zu sein.

In das Jahr 1950 fiel ein Einsatz, an den sich noch manche gut erinnern. Damals, an einem ruhigen Sonntagmorgen rief man die Wehr zum Bayernwerk nach Karlsfeld, wo die großen, ölgekühlten Transformatoren in Brand geraten waren. In kürzester Zeit hatte sich ein brennender ölsee gebildet und dort hinein stürzte einer der Allacher Feuerwehrmänner. Nur einem Wunder ist es zu erdanken, dass dieser Mann mit dem Leben davon kam. Wir alle, die wir täglich in solche oder ähnliche Gefahrensituationen kommen können, hoffen natürlich dass auch über uns in solchen Augenblicken die schützende Hand unseres Schutzpatrons ruhen möge.

Gerätehaus Allach, von links nach rechts: SKW, LF 16-TS, TLF

Gerätehaus Allach 1982, von links nach rechts: SKW, LF 16-TS, TLF

Die Entwicklung der Allacher Feuerwehr ab den fünfziger Jahren ging recht stetig voran. Auch der gesamte Zeitaufwand, den die Floriansjünger erbringen mussten, wurde nach und nach mehr. Ebenso wurden höhere Anforderungen an das Wissen und Können der Einsatzkräfte gestellt. Die damalige Löschgruppe Allach war aber in diesen Angelegenheiten nicht auf sich allein gestellt. Die Feuerwehrschule auf der nach dem 2. Weltkrieg neu erbauten Feuerwache 2 der Berufsfeuerwehr München leistete und leistet bis heute hervorragende Arbeit. Neuzugänge werden von den Ausbildern der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr intensiv auf ihre Aufgaben vorbereitet. Sehr viel Wert wird auf die Erste-Hilfe-Ausbildung gelegt.

Das 100-jährige Jubiläum

Ein großes Ereignis für jeden Verein ist sein 100-jähriges Bestehen, so auch für unsere Feuerwehr. Bei strahlendem Sonnenschein wurde im Juni 1974 dieses Jubiläum gefeiert. Am Samstagnachmittag wurde eine Schauübung abgehalten, in freundschaftlicher Weise unterstützten uns dabei die Abteilungen Ludwigsfeld und Moosach. Am Würmanger präsentierten die Damen der Wehrmänner eindrucksvoll eine Löschmethode von anno dazumal. Mittels einer Eimerkette wurde das Würmwasser flott zu unserem Brandherd transportiert. Im Kontrast dazu retteten Trupps unter schwerem Atemschutz „verletzte“ Personen aus dem benachbarten „Dosch-Anwesen“. Ein Behälter mit Lebensmitteln – aus der Würm geborgen – war mit seinem Inhalt, nämlich Wiener Würstchen, bei den Kindern sehr begehrt. Das Ende der Vorführungen bildete eine imposant dargestellte Wasserwand. Ein bunter Abend in der „Schießstätte“ ließ diesen Tag ausklingen.

Am Sonntag marschierten wir mit unseren Gästen zur Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Dort wurde uns von unserem Pfarrer Johann Schönhuber ein feierlicher Gottesdienst zelebriert. Nach der Ehrung am Kriegerdenkmal ging es zurück zum Festlokal, wo das 100-jährige Jubiläum einen schönen Abschluss fand.

Nach den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum ging die damalige Löschgruppe Allach beherzt den folgenden Jahren entgegen. Die Allacher Feuerwehr nahm selbstverständlich an den Wettbewerben anlässlich der Brandschutzwochen 1974 und 1975 teil. Hierbei trafen sich in den Münchner Isarauen die Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr München und stellten im Wettbewerb ihren Leistungsstand unter Beweis. Der Wanderpreis – ein schöner Zinnteller wurde in den beiden Jahren von Allach mit nach Hause genommen.

Solch freudige Ereignisse wurden durch einen schrecklichen Unfall am Bahnübergang Krauss-Maffei-Straße getrübt. Am 7. März 1975 gegen 7:30 fuhr ein vollbesetzter Bus der Linie 78 bei geöffneter Schranke über den Bahnübergang. Ein Eilzug, der von München kommend in Richtung Ingolstadt unterwegs war, erfasste den Bus. Er wurde ca. 300 m mitgeschleift und vollkommen zerstört. Auf grausame Weise fanden bei diesem Unglück zwölf Menschen den Tod, fünf Personen wurden schwer verletzt.

Das „neue“ Gerätehaus

In den folgenden Jahren wurden von der Stadt München die Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren nach und nach den zeitlichen Anforderungen angepasst. Ein glücklicher Zufall traf die Allacher Wehr, die bisher nur über eine Fahrzeughalle mit drei Fahrgassen verfügte. Durch die Zentralisierung der Allacher Polizeiinspektion nach Moosach wurden Räumlichkeiten im Gebäude der Bezirksinspektion Allach frei. Es erfolgte in en Jahren 1981 bis Herbst 1982 ein Umbau des Gebäudes, wobei ein bescheidener Teil der Umbaumaßnahmen von den Mitgliedern der Allacher Feuerwehr in Eigenleistung erbracht wurde. Zusätzlich zu der mit Heizung ausgestatteten Fahrzeughalle erhielt die Feuerwehr weitere Räumlichkeiten. So konnten im Keller Dusch-, Wasch-, und Magazinräume entstehen. Im Obergeschoss wurden ein großer Unterrichts-, ein gemütlicher Aufenthalts und zwei Büroräume geschaffen. Das leibliche Wohl wurde durch den Einbau einer Teeküche und von zwei Toiletten sichergestellt.

Gerätehaus Allach in den 1980er

Gerätehaus Allach in den 1980er


Dieser Umbau stellte eine enorme Verbesserung für die Allacher Feuerwehr dar, denn jetzt konnten Unterrichte und Versammlungen endlich in den eigenen Räumen stattfinden. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten solche Veranstaltungen in den Nebenräumen der Lokale „Zur Schießstätte“ oder „Allacher Garten“ abgehalten werden.

Zeitliche Ereignisse verschoben die Einweihung des neuen Gerätehauses auf den 22. Oktober 1983. Diese Feier wurde dann in einem festlichen Rahmen abgehalten. Nach der kirchlichen Segnung wurden die Räume durch den 2. Bürgermeister der Landeshauptstadt München, Herrn Helmut Gittl an die Mannschaft übergeben.

Von Links: Abteilungsführer Hans Sattler, Stellvertreter Rupert Saller (heute Kommandant der FF Müchen), 2. Bürgermeister Helmut Gittl, Stadtrat Benno Kreitmeier, Oberbranddirektor Karl Seegerer, Stadtrat Hans-Peter Uhl

Gerätehausübergabe, von Links: Abteilungsführer Hans Sattler, Stellvertreter Rupert Saller (heute Kommandant der FF Müchen), 2. Bürgermeister Helmut Gittl, Stadtrat Benno Kreitmeier, Oberbranddirektor Karl Seegerer, Stadtrat Hans-Peter Uhl


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